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Film meets IT:

09.Juni 2015

Dieser provokanten Frage stellten sich am vergangenen Abend in den Stargate Studios in Babelsberg Experten der Postproduktion innerhalb Gesprächsreihe „Film meets IT“, organisiert von transfer media und media.connect brandenburg. Auf der roten Couch nahmen Holger Lehmann (Geschäftsführer von Rotor Film), Ernst Feiler (Head of Technology, UFA Serial Drama) und Sven Pannicke (Geschäftsführer von rise.fx) Platz. Moderiert wurde der Abend von Peter Effenberg, transfer media.

Ernst Feiler stellte gleich zu Beginn die These auf, dass die Postproduktion in ihrem heutigen Zustand in den kommenden Jahren verschwinden werde. Die Nachbearbeitung von Bewegtbild sei heute noch gekennzeichnet von komplexen Prozessen des In/Out, die kostentreibend sind, jedoch keinerlei kreativen Effekt haben. In Zeiten sinkender Budgets erwartet Feiler, dass Produzenten immer mehr nach technischen Lösungen suchen, die das vorhandene Geld effizienter einsetzten.

Holger Lehmann von Rotor Film gab zu bedenken, dass sich mit der Diversifizierung der Produktionstechnologien und der Distributionskanäle auch die Vielfältigkeit von Ausgangs- und Zielformaten deutlich erhöht habe und somit auch die Komplexität in der Postproduktion. Sein Unternehmen und seine Mitarbeiter seien gerade heute stark gefordert.

Sven Pannicke berichtete, dass VFX immer früher in der Produktion eine Rolle spiele, teilweise schon in der Preproduction. Gleichzeitig bleibe VFX aufgrund der Personalintensität und der spezifischen Anwendungsprozesse ein eigener Bereich und habe bislang nur begrenzte Schnittstellen zur Postproduktion.
Einig waren sich alle Gesprächspartner sehr schnell, dass der Begriff Postproduktion überholt ist – alle Gewerke eines Filmes seien heute Produktion und miteinander verzahnt. Und die Arbeit mit digitalem Bewegtbild biete sowohl in der Produktion wie in der Schnittstelle zur Distribution viele Möglichkeiten, die noch immer wenig genutzt würden.

Gemeinsam entwickelten Ernst Feiler, Sven Pannicke und Holger Lehmann die Vision, Daten nach dem Dreh sofort nur noch einmal zentral zu speichern und alle weiteren Prozesse in der Cloud umzusetzen. Diese ermögliche ein effizienteres Arbeiten durch die Eliminierung von komplexen In/Out-Prozessen und eine stärkere Fokussierung auf die kreative Arbeit. Diese Vision sei derzeit noch durch veraltete Geschäftsmodelle, rechtliche Auflagen der Produzenten und oftmals fehlendes Know-how der Entscheider ganz am Anfang. Babelsberg könne aufgrund seiner Standortstruktur hier jedoch Pionierarbeit übernehmen.

Aus dem Publikum wurde schließlich noch der Hinweis postuliert, dass im beschriebenen Technologiewandel und auf dem Weg zur Umsetzung dieser Vision das Produktionspersonal im Sinne ganzheitlicher Workflows aus- und weitergebildet werden muss.

Der Abend klang mit vielen Gesprächen der teilnehmenden Gesprächspartner und Gäste beim anschließenden Get Together aus.