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Rückblick


media.connectCOOP: Film meets IT

Potsdam-Babelsberg, 29. November 2011

Im Gespräch waren
Prof. Dr. Dieter Wiedemann, Präsident der Hochschule für Film und Fernsehen Potsdam-Babelsberg
Prof. Dr. Christoph Meinel, Direktor des Hasso-Plattner-Instituts für Softwaresystemtechnik GmbH (HPI) an der Universität Potsdam

Moderation
Claudia Loewe, DFA Produktion Berlin

Sowohl Medienproduktion wie auch Medienrezeption ändern sich derzeit rasant. Während Medienmacher den Umstieg auf HD realisieren und die Chancen von 3D prüfen, werden auch die Auswertungsformen immer digitaler: DCP im Kino, VoD, Internetplattformen – sogar Filmfinanzierungen laufen über das Internet. Es ist die Rede von der „Digitalisierung 2.0": der Migration von hochqualitativen Medien in Internetstrukturen. So rücken Film und IT noch dichter in allen Gewerken zusammen: Finanzierung, Produktion, Postproduktion, Auswertung von Filmen sind ohne IT nicht mehr denkbar und vor allem nicht mehr wirtschaftlich umsetzbar. Die technologischen Zyklen werden dabei immer dichter, die Anforderungen immer komplexer, die Workflows immer schneller. Das wirkt sich auch auf die Ausbildungsinhalte von Film und IT aus.

„Wir sind derzeit Zeugen einer Revolution, auch wenn uns dies vielleicht manchmal gar nicht bewusst ist", eröffnete Prof. Dr. Christoph Meinel (HPI) in seinen ersten Worten die Veranstaltung Film meets IT am 29.11.2011 zum Thema, wie sich Film und IT in der Hochschulausbildung nähern müssen. „Unsere IT verändert sich derzeit so rasant, dass nicht einmal wir IT-Fachleute das immer verstehen." Prof. Dr. Dieter Wiedemann (HFF) betonte, dass diese Revolution gerade auch in der Filmproduktion viele neue Möglichkeiten eröffne: „Heute ist kaum ein Gewerk der Filmproduktion mehr ohne IT denkbar. Jede Kamera, jeder Schnittplatz ist längst ein Computer." Diese großen Chancen zu nutzen, die derzeit manchmal unüberschaubaren und an Stellen noch nicht ausgereiften Neuentwicklungen zu filtern, das sei eine der großen Herausforderungen derzeit.

Die Produzentin Claudia Loewe, führte moderierend durch den Abend in einem Kinosaal der HFF vor etwa 50 Gästen. Sie setzte das Gespräch mit Fragen des Schutzes von Urheber- und Nutzungsrechten von Filmemachern fort: „Sind wir in der Lage, unsere Inhalte vor unerlaubten Zugriff so zu schützen, dass die Filmindustrie durch das Internet nicht Milliarden verliert?", fragte sie beide Diskutanten. Prof. Meinel verglich die derzeitige Situation mit einer Aufbruchstimmung in eine neue Welt: „Es ist so, dass wir gerade die ersten Häuser einer neuen Stadt bauen. Da funktioniert das ein oder andere schon. Aber wir sind noch ganz am Anfang, uns für diese neue Welt Regeln zu geben." Prof. Wiedemann gab zu bedenken, dass eine vollständige Sicherheit für Urheber im Netz wahrscheinlich gar nicht möglich sei: „Wir werden uns daran gewöhnen müssen, dass wir mit der Demokratisierung durch das Internet eben auch eine Offenheit haben, die sich nicht immer an Recht und Gesetz hält."

Lange diskutierten beide Experten mit der Moderatorin Claudia Loewe über Aspekte einer direkten Zusammenarbeit zwischen Film und IT in der Hochschulausbildung. Hier einen sinnvollen Weg des direkten Austausches zu finden, wurde als gemeinsamer Wunsch formuliert. Dabei IT nicht ausschließlich als Dienstleister „im Blaumann", sondern als gleichberechtigten Partner zu verstehen, würde mehr Studenten in IT-Studiengänge locken, so Prof. Meinel. Nicht immer wäre IT so attraktiv und spannend wie die Filmherstellung. Gleichwohl könnten sich beide Branchen sehr befruchten. „Auch der Film kann der IT viel geben", sagte Prof. Wiedemann.

Eine gemeinsame Sprache zu finden, dass sei derzeit die größte Herausforderung für Film und IT, so Prof. Wiedemann und Prof. Meinel. Nur so ließen sich die Potentiale der neuen Möglichkeiten auch abrufen. Dazu brauche es immer wieder neue Verständigung und auch aktive Mittler.

In einer regen Abschluss-Diskussion mit dem Publikum meldeten sich viele Studenten der beiden Hochschulen am Medienstandort Babelsberg, von Hasso-Plattner-Institut und von der Hochschule für Film- und Fernsehen, zu Wort. Sie berichteten von bereits bestehenden, sehr konkreten Projekten der Zusammenarbeit und wünschten sich ein Mehr an direkter, praxisbezogener Kooperation. Dem pflichteten beide Rektoren bei: einen gemeinsamen Studiengang zu erfinden mache sicherlich weniger Sinn, als immer wieder gemeinsame Projekte zu realisieren, aus denen man gemeinsam lernen könne. Der Standort Babelsberg sei dafür ein ideales Biotop.

FILM meets IT ist eine Veranstaltung der transfer media gGmbH und media.connect brandenburg. Es wird in 2012 fortgesetzt.

Veranstaltung

29. November 2011
Hochschule für Film und Fernsehen (HFF), Kinosaal
14482 Potsdam-Babelsberg