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media.connectCOOP Film meets IT

Produktionsprozesse in der Cloud – Zukunft oder Irrweg?
Potsdam-Babelsberg, 30. Mai 2012

Filebasierte Produktionsprozesse in Film und Fernsehen sind IT-Prozesse. Sind diese auch in der Cloud abbildbar? Mit Prof. Matthias Haase (Visual Effects Producer Grundy UFA & Head of Production Stargate Germany) und Dr. Marten Schönherr (Telekom Innovation Laboratories, IT & Cloud) diskutierten zwei echte Insider der Film- und IT-Branchen: welche Prozesse aus Preproduction, Produktion und Postproduktion sind tatsächlich in der Cloud leistbar? Ist das wirtschaftlich und sicher? Macht das Sinn?

Im Studio 1 des Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) in Potsdam führte Henry Bauer, CTO exozet group, durch den Abend und stellte zunächst die Frage nach der Definition: was verstehen wir mit unseren spezifischen Bedürfnissen unter einer „cloud"? Schnell entspann sich eine angeregte Diskussion, dass nicht nur Daten sondern auch Prozesse in Rechenzentren verlagert werden können. Dies mache aus vielerlei Hinsicht Sinn, stelle aber auch vielen Fragen. Matthias Haase verwies auf das Problem, dass Film- und Fernsehproduktionen nicht nur im Datenvolumen, sondern auch in den Anforderungen an bestimmte Produktlizenzen (z.B. AutoDesk oder Adobe) skalierbar sein müssen. Produktionen bräuchten für bestimmte Projekte 20 Lizenzen, für andere wiederum 300 Lizenzen und all dies immer nur für eine bestimmt Zeit. Auch die „Aufrüstung" von Softwarelösungen und Prozessen durch Zusatzprogramme oder Plugins müsse möglich sein. Anbieter, die dieses Geschäftsmodell verstünden und auch anbieten, gäbe es noch nicht. Mieten statt Kaufen von speziellen Anwenderprogrammen für die Film- und Fernsehbranche sei ein sehr spannendes Thema.

Marten Schönherr verwies zudem auf das Problem des Vertrauens in Cloud-Dienste. Dies sei zunächst weniger eine Frage der tatsächlichen rechtlichen Sicherheit (Stichwort Raubkopien), sondern vielmehr des tatsächlichen Vertrauens darin, dass die Cloud-Anbieter technisch, organisatorisch und inhaltlich mit hohem Verständnis Lösungen anbieten, die ein Kunde nicht mehr bis ins Detail verstehen müsse. Dem stimmte Matthias Haase zu: „Wir wollen Filme machen und die dafür notwendige Technik ist etwas, um das wir uns eigentlich nicht kümmern, das wir einfach nur sicher nutzen wollen."

Marten Schönherr verwies zudem auf die Netzproblematik: noch seien für hochspezialisierte Medienprozesse mit gewaltigen Datenmengen die Netze nicht immer geeignet. Die Telekom forsche hier intensiv, zum Beispiel auch zum Thema Latenz. Erst mit einer für den Nutzer akzeptablen Latenz wäre es möglich, komplette Prozesse in die Cloud zu verlagern (z.B. Schnitt oder VFX) und nur noch die Desktops aus den Rechenzentren beim Anwender abzubilden, der dann quasi aus seinem Büro den Computer und Speicher steuert, der im kilometerweiten Rechenzentrum steht.

Produktionsprozesse in der Cloud – Zukunft oder Irrweg?, fragte Henry Bauer zum Abschluss. Matthias Haase antwortete, es sein kein Irrweg sondern der einzige Weg für die Zukunft der Produktion mit dem Ziel, diese effizienter zu machen. Marten Schönherr entgegnete, dass der Prozess längst begonnen habe, man sich aber immer wieder die Frage nach der Sinnhaftigkeit stellen müsse.

In einer regen Abschluss-Diskussion mit dem Publikum meldeten sich viele Teilnehmer mit sehr konkreten Fragen zu Wort und berichteten von bereits eigenen Erfahrungen und Projekten.

Der gesamte Mitschnitt ist online unter www.transfermedia.de

FILM meets IT ist eine Veranstaltung der transfer media gGmbH und media.connect brandenburg.

Veranstaltung

30. Mai 2012
Potsdam-Babelsberg