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Rückblick


media.connectCOOP: Film meets IT

Potsdam, 27. September 2011

Im Gespräch waren
Jörg Wehling, Leiter Bestände & Logistik des DRA Potsdam-Babelsberg
Sven Slazenger, Geschäftsführer Interlake

Moderation
Dr. Jost Bösenberg, Film- und Fernsehproduzent (DOKfilm GmbH)

2015 werden Videos 90% des Internet-Traffic ausmachen. Das bedeutet: Digitalisierung ist die Herausforderung für audiovisuelle Archive. Das gilt sowohl für die Archive von Film- und Fernsehproduzenten wie auch für kulturelle Archive in öffentlichem Auftrag. Denn Digitalisierung bedeutet mehr als das Wandeln von Filmrollen und Videobändern in Files: mit entsprechenden IT-Lösungen steht die Digitalisierung als Synonym für neue, moderne Formen der Verwertung von audiovisuellen Inhalten über das Netz.

Dass dies eine große Aufgabe für die kommenden 10 Jahre ist, darüber waren sich die Diskussionsteilnehmer am Abend des 27.09.2011 sehr schnell einig. Mehr als 60 Gäste verfolgten das rege Gespräch zwischen Sven Slazenger, Geschäftsführer des IT-Spezialisten „interlake" mit Sitz in Potsdam, München und Jacksonville (USA) sowie Jörg Wehling, Leiter Bestände und Logistik des Deutschen Rundfunkarchivs Potsdam-Babelsberg (DRA). Moderator Dr. Jost-Arnd Bösenberg eröffnete die Runde mit der Frage nach dem Umfang der digitalen Herausforderung für das DRA selbst: Jörg Wehling berichtete von der Strategie seines Hauses, mehr als 40.000 Stunden Video-Material nicht nur filebasiert vorzuhalten, sondern in einem ersten Schritt auch über das Recherchesystem FESAD innerhalb der deutschen öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten online zugänglich zu machen.

Einig waren sich Wehling und Slazenger auch, dass der eigentliche Vorgang der Digitalisierung selbst nicht das heute vorherrschende Problem ist. Slazenger beschrieb ausführlich die Anforderungen, hochqualitatives und damit auch in großen Datenmengen vorliegendes Video zuverlässig und schnell von A nach B zu bringen. Dies sei die eigentliche Herausforderung. Hier müsse der Standort Babelsberg auch schnell handeln, um sich Handlungsoptionen zu eröffnen.

Die Runde diskutierte dann die Frage der Metadaten: Diese zu erheben, sei heute noch immer eine zumeist händische und sehr aufwändige Aufgabe, die insbesondere bei historischem Archivmaterial gut ausgebildetes Personal brauche. Auch entsprechende Schnittstellen in die den Inhalt verwertenden Programmstrukturen zu finden, sei eine wichtige Aufgabe.

Die Datenspeicherung wurde ebenso ausführlich diskutiert. Auch hier gibt es, so Sven Slazenger, keine Lösung von der Stange. Wichtig seien vielmehr die genauen Anforderungen der Archive: in welchem Format müsse Video vorgehalten werden, welche Mengen als ständig abrufbares Programm? Jörg Wehling verwies darauf, dass das Zelluloid als „Dauerspeicher" noch immer am zuverlässigsten sei.

Hingewiesen wurde schließlich von allen Teilnehmern, dass der Standort Babelsberg für die Herausforderung der Digitalisierung ein ideales Biotop biete. Innovative TV-Firmen und IT-Firmen würden hier zunehmend miteinander kooperieren und auch neue Geschäftswege finden, die beide Branchen zusammenführt. Die noch immer fehlende Infrastruktur bei Datenleitung und Datenspeicher müsse schnell hergestellt werden.

Direkt vor der Veranstaltung wurde, passend zum Thema des Abends, die DIGITALISIERUNGSFIBEL – Leitfaden für audiovisuelle Archive vorgestellt. Das von der transfer media herausgegebene Handbuch fasst kompakt, übersichtlich und verständlich alle wesentlichen Fragen der Digitalisierung in ihrer Komplexität zusammen. Karl Griep, Leiter des Filmarchivs des Bundesarchivs und Helmut Morsbach, Vorstand der DEFA-Stiftung besprachen das Buch stellvertretend für alle Partner. Mehr zu dieser Publikation und Bestellmöglichkeiten unter www.transfermedia.de.

FILM meets IT ist eine Veranstaltung der transfer media gGmbH und media.connect brandenburg.

Veranstaltung

27. September 2011
Potsdam